Jena – Nazi-Stadt im Nazi-Osten

Stereotype

Stereotype sind in der Sozialpsychologie bekannt als Kategorien von Merkmalsbündeln um bestimmte Personengruppen. Das klingt erstmal nicht sehr sexy. Dieses Phänomen begegnet uns aber täglich. Und solche  Dinge bekommen dann gern auch eine Eigendynamik und entwickeln sich weiter: „Stereotype sind kulturell bedingte, nicht hinterfragte, festgefahrene Meinungen einer Gruppe über Eigenschaften und Besonderheiten einer anderen. Es handelt sich um Formen der Wahrnehmung von Fremdem, wobei die komplexe gesellschaftliche Wirklichkeit vereinfacht wird.“ (Lüsebrink 2005). Die Vereinfachungsprozesse – Vorurteile -,  die hier zugrunde liegen sind ein grundlegender Bestandteil unserer Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt. Was im alltäglichen Handeln aber üblich und manchmal notwendig ist, kann in anderen Situationen schnell unangemessen sein. So z.B. in der Politik, schließlich werden hier wichtige Entscheidungen getroffen, die doch eigentlich besser fundiert sein sollten.

Oder in den öffentlichen Medien, schließlich bilden diese die Welt ab und wirken so wieder auf die Welt zurück. Problematisch wird es, wenn die Darstellungen verzerrt, einseitig… oder eben stereotypisch sind. Es gibt Kandidaten in TV und Presse, von denen ist man das gewöhnt. Und es gibt das ZDF. Na gut im ZDF gibt es auch Sachen, wie „Frontal 21“ oder Geschichten aus der volksmusikalischen Gruft. Was aber in einem der jüngsten ZDF-Beiträge vor sich ging, war schon arg.

Und was trägt das ZDF so bei?

Alles beginnt mit düsterer Musik und dem Jenaer Paradiesbahnhof. Ein gut gekleideter Herr steigt aus. Er ist Romanautor. Hat ein Buch geschrieben, das irgendwie Parallelen zu den medial sehr präsenten rechtsextremen Serienmorden ausweist. Dann folgt ein tolles Wortspiel, das Böses ahnen lässt:

 „Jena. Für Leute mit Migrationshintergrund kein Paradies“. 

Auf der reinen Informationsebene (falls es sowas gibt) ist das ja erstmal nicht so falsch. Ist das Paradies im biblischen Sinne ja eher ein Ort, der Gestorbenen vorbehalten ist. Aber auch bei der gängigen Alltagsvorstellung (Paradies = Ort der Glückseeligkeit für alle) kommen Zweifel auf, gibt es doch in Jena auch mal Staus, gelegentliche Verbrechen, ein FDP-Büro und den Abbe-Platz. Worum es geht, ist natürlich längst klar: die bekannte rechtsextreme Terrorzelle. Nun sind ist die natürlich zu 2/3 verstorben und der Rest umgittert. Trotzdem ist Jena immernoch kein Paradies für Migrationshintergründige. Beim Schauen des Beitrags wird schnell deutlich warum das so sein soll: Jena ist gefährlich, vor allem von rechts!

Der Mann im Mantel – aus München stammend und stets um einen betroffenen Blick bemüht – erklärt, dass er generell nicht in den Osten fährt, weil er ausländisch aussieht. Moment mal, der Osten? Im Osten von München liegt doch Österreich (das kann zwar durchaus auch drei (zu 2/3 verstorbene) Prominente mit rechtem Hintergrund aufbieten, war hier aber vielleicht doch nicht gemeint). Nein, gemeint ist DER Osten, diese fünf beschaulichen Bundesländer, im Norden von München (und die alle schon mal von Rainald Grebe besungen wurden). Die Daten: Bevölkerung etwas unter 17 Mio. und eine Fläche von über 100.000 km². Diese ganze Fläche samt der 34 Mio. auf ihr trampelnden Füße ist eigentlich „No Go“ für den Herrn… es sei denn, er muss gerade ein neues Buch vorstellen und wird von einer Kamera begleitet. Das passt gut zur o.g. Definition von Stereotypen, nur dass keine Personengruppe vereinheitlicht wird, sondern eine ganze Region. Dieser Osten ist gefährlich!

Jena ist also als exemplarisch für den Osten (gefährlich!) zu verstehen, ein Klassiker bei Stereotypbildung. Gekonnt ist auch der verängstigte oder betroffene Blick auf den „Turm“ (auch „Penis Jenensis“, „Intershop-Tower“, „Keksrolle“). Dieser wirkt natürlich etwas einschüchternd, zumal Münchner sicher keine hohen Gebäude gewöhnt sind. Vielleicht sieht er auch ein Symbol des braunen Zentrums.

Weiteres Highlight ist die Frage  an einen Experten (ein ehemaliger Ex-Naziaussteiger), ob man als Ausländer in Jena auf die Straße gehen kann. Antwort: Nur wenn man keine Angst zeigt!

Was geht ab in Jena?

Auch wenn nicht immer direkt gesagt wird, dass Jena eine Art Todeszone in einer noch größeren Todeszone ist, die Stimmung des Berichts spricht Bände: In Jena müsse man Angst haben als Migrant. Kein Wort zu den weit über 20.000 Studenten, aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Müssen all die Austauschstudenten Angst haben? Wurde im Bericht auch nur einer befragt? Gibt es irgendwelche Zahlen, die irgendeine der genannten Gefahren bestätigen?

Ja, in Jena residierten einst 3 rechtsextreme Terroristen, die furchtbares getan haben. Das ist das eine. Im Beitrag und auch sonst wird es viel zu oft eins-zu-eins mit dem generellen Problem rechter Gewalt gleichgesetzt.

Aber auch hier: Ja in Jena gibt es rechte Pöbler. Es gibt sie auch gern in Kombination mit Alkoholismus. Es gibt sie in Kombination mit blau-gelbem Fußball-Hooligantum. Oder mit allem gleichzeitig.

Ja, in Jena wurden auch schon Migranten attackiert. So z.B. im Jahr 2002, als ein russischer Gastdozent verprügelt wurde.

Ja, in Jena gibt es die NPD. Sogar gleich einen richtigen Kreisverband.

Die bloße Existenz jedes einzelnen dieser Probleme ist schlimm genug. Aber einer angemessenen Beschreibung von Jena wird das nicht mal im Geringsten gerecht.

Nimmt man z.B. die Ergebnisse der Landtagswahl 2009, dann kommt die NPD in Jena insgesamt auf etwa 2%. Auf der einen Seite ist das zu viel. Auf der anderen Seite sind das weniger Prozente als in allen anderen thüringer Wahlkreisen. In München kommen Republikaner und NPD zusammen auf 1,1%. Die Prozente sind gering, in absoluten Zahlen sind das aber schon ein paar Tausend Menschlein. Der Vergleich hinkt, wie solche Vergleiche immer hinken. Und er soll auch keine einzelne Tat herunterspielen. Aber hat der Romanautor seine Herkunftsstadt ähnlich ängstlich beschrieben?

Und nicht zu vergessen sind die großen Gegenaktionen bei rechten Veranstaltungen , wie z.B. in Reaktion auf das Fest der Völker im Jahr 2005. Auch wird die vielfältige Kultur dieser Stadt nicht erwähnt oder einzigartige Programme wie Demokratisch Handeln und andere Initiativen, die sich demokratisch engagieren. All dies relativiert natürlich keine einzigen rechtsextremen Übergriff. Aber es rückt das Bild ein wenig gerade. Jena ist nicht in den Händen von Nazis. Es ziehen keine marodierenden Banden durch die Straßen. Und ich behaupte mal ganz dreist: man hat (selbst als Münchner) kein höheres Risiko überfallen zu werden, als in München.

Daran ändert auch die durch den Romanautor gefühlte Gefahrensituation nichts, dessen fiktive Geschichte sich wohl in Teilen zufällig in den aktuellen Geschehnissen wiederfindet. Da kann er noch so betroffen schauen und auf sein Buch verweisen. Nein Jena ist nicht das Paradies. Für das Paradies sind zu viele Menschen am Leben.

Und sonst so im Osten?

Auch für den „Osten“ sieht die Sache wohl nicht ganz so einfach aus. Auch wenn sich die Zone für den Autor als brauner Albtraum zeigen mag, das macht es nicht richtiger. Ja, die NPD sitzt in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern im Landtag. In Thüringen (4,3%), Sachsen-Anhalt (4,6%) und Brandenburg (NPD+DVU 3,8%) war es viel zu knapp. Das ist ein Problem. Nicht zu unterschätzen, aber auch nicht exklusiv. Und natürlich gibt es auch Orte, in denen das Gleichgewicht zu kippen droht oder schon darüber hinaus ist. Wie z.B. beim Ort Jamel bei Wismar. Und es gibt eine nicht zu unterschätzende biographische Verscherung im Vergleich zu den alten Bundesländern: Die Einflüsse des DDR-Systems, den Zusammenbruch des Selbigen und die individuell oft schwierigen Folgen für die Menschen dort. An einigen Stellen kann es dann durchaus auch mehr rechte Übergriffe geben. Das ist in jedem Fall furchtbar und generell Gift für eine Demokratie. Und es muss aufgedeckt und direkt angegangen werden. Aber es betrifft auch nicht den Osten als Ganzes und überall. Vielmehr werden statistische Durchschnitte direkt in das Stereotyp des Ostens eingeknetet. Der Rest wird einfach rausgeworfen, er würde die einfache Weltsicht nur unnötig verkomplizieren.

Na Danke für den Beitrag

Medien gestalten Gesellschaft mit. Die Bilder, die hier geboten werden, beeinflussen das, was Menschen denken, wie sie die Welt wahrnehmen. Grenzt man einen Teil dieser Welt ab, dann beschreibt man nicht einfach nur Differenz, sondern erschafft sie auch. Wenn also immer vom anderen, vom braunen Osten die Rede ist, dann wird dieser auch irgendwann braun – zumindest in den Köpfen vieler Menschen.

Ich bezweifle das die Folgen vor Ort positiv sind. Wer will schon gern ein Stereotyp sein?

Star Wars – kurz aufgeklärt

„Da ist so ein Junge: Anna-Kind. Und der will ein Ritter werden, also er will zu den Jedis. Aber dann: verfällt er der dunklen Nacht und da wird er dann böse. Aber vorher war er lieb. Und wenn die Jedis dann älter werden, dann sind das Obis. Nicht Opis, das sind dann Leute, die keine Jedis waren. Und wenn die sterben, stehen die danach wieder auf.“

FernSeher sterben früher

Kennt jemand die „Geschichte vom fernsehverrückten Frank“? Es stammt aus der DDR-Version des „Struwwelpeters“. Das Orginal des „Struwwelpeters“ war ähnlich wie „Max und Moritz“ ein Splatterhorrorfilm, entwickelt von durchgeknallten Gore-Fans. Mangels Braunscher Röhre wurde er seinerzeit nur in Papierform veröffentlicht . Aufgrund eines absurden historischen Mißverständnisses wurde dieses blutrünstige Werk, statt auf den Index zu kommen, zu einem Leitwerk für Erziehung und Moral erklärt. Auch das runderneuerte DDR-Werk hat ein paar eindrucksvolle Szenen zu bieten. Der hohe Bodycount der Orginale wurde im Reboot allerdings abgeschafft. Statt dessen rangierte das Werk eher im Genre des Psychohorrors. So auch „Die Geschichte vom fersehverrückten Frank“. Hier wird ein bis dato unauffälliger Junge plötzlich von seinem psychopathischen Fernsehgerät heimgesucht, das zum Leben erwacht ist. Was aus dem Jungen wird geht aus der Geschichte nicht hervor, ein schweres Trauma und lebenslange stationäre Behandlung sind aber wahrscheinlich. Obwohl von den DDR-Autoren als eine Hommage an Stephen King gedacht, wurde auch dieses Werk als Erziehungsratgeber bzw. als autodidaktisches Instrument für Kinder mißverstanden und in Buch und Schallplattenform veröffentlicht. Und schon damals wussten geneigte Eltern: Fernsehen ist schlecht! Irgendwie. Und „Die Geschichte vom fernsehverrückten Frank“ sollte diese Auffassung möglichst nachhaltig verankern (das bringt mich auf eine Idee für ein Forschungsprojekt: Phobisches Lernen, dazu ggf. später mehr).

Wissenschaftler haben dazu mal wieder irgendetwas herausgefunden, diesmal waren es australische Forscher. Die ZEIT titelt hierzu „Kürzer leben durch Glotze?“. Noch weiter geht’s sogar im Untertitel: „Laut einer Studie frisst Fernsehen 21 Minuten Lebenszeit“. Pro Stunde! Wie hoch dieser Wert ansteigt wenn man z.B. RTL2 eingeschaltet, wird nicht erwähnt. Der Rest des Textes besteht aus dem Hinweis, dass Fernsehen vielleicht doch die bessere Alternative zu noch letaleren Tätigkeiten ist (z.B. Familienbesuche). Verwiesen wird auch gleich auf die Reaktion einer französischen Zeitung: 

„Fernsehen tötet“.

Das liest sich wie der Aufdruck einer Zigarettenschachtel. Vielleicht sollten Fernseher in Zukunft auch so eine Beschriftung bekommen. Sehr gut ist, dass die Zusammenfassung der Orginalstudie direkt verlinkt ist. Hier heißt es im abstract:

„The amount of TV viewed in Australia in 2008 reduced life expectancy at birth by 1.8 years (95% uncertainty interval (UI): 8.4 days to 3.7 years) for men and 1.5 years (95% UI: 6.8 days to 3.1 years) for women.“

und

„TV viewing time may be associated with a loss of life that is comparable to other major chronic disease risk factors such as physical inactivity and obesity.“

(http://bjsm.bmj.com/content/early/2011/08/01/bjsm.2011.085662.abstract?sid=6b9d31f6-171a-4b49-b5d9-bd5acd86fa60; abgerufen 18.10.2011)

Tatsächlich? Fernsehen saugt einem wirklich das Leben heraus? Oder es strahlt einen kaputt?

Nunja, dummerweise reden die Autoren bereits im abstract von „On average„, es geht also um rein statistische Zusammenhänge. Wie langweilig: Also doch keine Kausalität? Und dann gibt es offenbar offenbar noch nicht einmal ein gutes Erklärungsmodell zum Wirkmechanismus des tötenden Fernsehers:

„This study is limited by the low precision with which the relationship between TV viewing time and mortality is currently known.“ (ebd.)

Schade. Aber vielleicht bietet sich ja hier eine Kombination aus dem PsychoTV in „Die Geschichte vom fernsehverrückten Frank“ und irgendwelchen lebensenergiesaugenden Wesen an. Tatsächlich ist hier die Frage, wie denn das Fernsehen seine lebensverkürzende Wirkung entfalten kann. Statistische Zusammenhänge sind ja nunmal – trotz weit verbreiteter gegenteiliger Behauptungen – kein Beweis für einen direkten Wirkmechanismus. Gerade bei diesem Beispiel gibt es naheliegende Erklärungen: So korreliert Fernsehkonsum sicher mit dem Maß an Bewegung, der Ernährung, mit dem Gesundheitszustand einer Person. Diese Risikofaktoren werden ja schon im abstract mit dem Fernsehen förmlich gleichgestellt. Korrelation bedeutet nicht unbedingt Kausalität, sonst brächte der Storch ja doch die Kinder… Und selbst wenn da sich da irgendwo Kausalitäten verstecken, was ist dann Wirkung und was Ursache?  Die Macher der Studie geben an, dass lediglich der Zusammenhang zwischen Fernsehen und Lebenserwartung einzeln quantifiziert werden sollte. Das klingt natürlich viel langweiliger als „Fernsehen tötet“. Und damit fehlt vielleicht auch ein bisschen das Potential für einen tollen Aufmacher: „Schock! Statistischer Zusammenhang zwischen TV-Konsum und Lebenserwartung quantifiziert“. Naja… 

Die vollständige Studie ist nur gegen Gebühr abrufbar, aus egoistisch finanziellen Motiven selbst verwehrt habe. Sicher gibt’s da noch genauere Daten. Allerdings gilt erstmal Entwarnung: kein Hinweis auf einen  lebenssaugenden Psycho-Fernseher… sorry.

Die Macher der Studie sind sich dessen ganz bestimmt bewusst.

(Ich meine die werden doch nicht… die haben doch sicher…) ©

Im Land der unerklärlichen Möglichkeiten

Manche Dinge sind wirklich schwer zu verstehen. Zu diesen Dingen gehört die Widersprüchlichkeit der Auffassungen und Menschen in den USA. Einerseits ein faszinierendes Land, mit einem einer Idee der Freiheit des Einzelnen, wie er nirgendwo sonst in der Welt so sehr betont wird. Andererseits gibt es absurdeste Beschränkungen eben dieser Freiheit.

Im Moment erlebt dieses Land nach dem göttlichen Segen der zu oft rechts abgebogenen Tea-Party-Bewegung eine weitere Protestwelle, die OccupyWallStreet  Bewegung. Und einige Botschaften ähneln sich sogar. Nur richten sie sich nicht primär gegen die – wie die Teepartei zu sagen pflegt – sozialistische Regierung. Vielmehr haben sie die großen Konzerne und Banken im Visier. Dabei wird – meines Erachtens völlig zu Recht – auch durchaus mal der Sinn und Nutzen des aktuellen Finanzmarktspekulationsgebahrens angezweifelt.

Jetzt ist die Medienlandschaft in den USA – nun ja – etwas speziell. Diesem Problem widmet sich bevorzugt die manchmal großartige Daily Show mit ihrem Moderator Jon Stewart. Auch für die Reaktion des Rechtsaußenmediums Fox gab eine geniale, entlarvende Zusammenstellung. Hier wird sehr gut gezeigt, wie unterschiedlich  diese beiden Protestbewegungen durch den Sender Fox (auch bekannt unter dem Namen „The Evil“) bewertet werden. Dazu zwei Zitate aus den Fox News: Weiterlesen

Die Welt, die Wirklichkeit und Anne Will

Die Welt ist irgendwie komplex. Also nicht Springers Welt, die ist eher einfach gestrickt, sondern die Welt™. Das ist jetzt auch nicht direkt eine Neuigkeit, kann aber manchmal trotzdem anstrengend sein. Vor allem als Fan einfacher kausaler Beziehungen hat man da schon mal zu leiden. Wenn es gar um gesellschaftliche Probleme geht, dann ist die Situation sogar noch undurchschaubarer. Es sei denn, man bedient sich des Apparats der Stereotypisierung und der Vorurteilsbildung. Evolutionär gesehen war das sicher ein ganz hervorragendes Mittel, schließlich ist es dem Überleben eher abträglich, wenn man noch überlegt, ob ein Tiger gefährlich sein könnte, während man von diesem bereits angeknabbert wird. Auch heute ist dieser Welt vereinfachende Wahrnehmungstrick unerlässlich.

Nun gibt es seit einer Weile natürlich Dinge wie Politik. Es gibt staatliche Systeme. Normen, Werte, Gesetze. Es gibt unzählige Tätigkeiten, in denen man reflektieren muss was man eigentlich wie tut und warum. Ein oft ziemlich anstrengender Denkprozess.

Die letztmittwöchliche Sendung „Anne Will“ hat mit derartigen Vorgängen eher nichts zu tun. Zusammengefasst unter einem Titel, der wie die Betriebsversammlung schlechter Ideen wirkt, trafen hier doch einige interessante Perspektiven aufeinander. Besser gesagt, sie hätten aufeinandertreffen können, wenn sie sich denn irgendwo begegnet wären, statt mit ohrenbetäubender Lautstärke aneinander vorbeizurauschen. Weiterlesen

Konflikte sind unsere Freunde…

Konflikte – so heißt es in diverser Fachliteratur – sind unsere Freunde. Sie seien so etwas wie das Medium, das unterschiedliche Positionen zu Tage bringt. Deshalb wäre ein Konflikt an sich auch total toll, würde Energien freisetzen und ganz ganz viel Fortschritt bringen. Zumindest wenn er über Diskussionen ausgetragen wird. Das nennt sich dann konstruktiver Umgang. Konstruktiv ist demnach weder das unmittelbare „vor-die-Tür-gehen“ noch das Übertönen des Gegenübers. Wikipedia erwähnt zu einer guten Diskussionen Worte wie „wechselseitiger Respekt“, darüber hinaus soll man gar „gegenteilige Argumente und Meinungen zuzulassen und genau zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen“. Und sowieso:„Ein guter Diskutant hört zu, lässt ausreden und ist konzentriert genug um auf das vom Gegenüber Gesagte einzugehen und seine eigenen Argumente sachlich darzustellen. Im Idealfall ist er gelassen und höflich.“ (Quelle: Internet (hinten links))

Das klingt total vernünftig. Weiterlesen

Alles in allem: Hallo Welt

Dies soll ein Versuch sein. Lang erdacht und kein bisschen geplant. Aber trotzdem da. Ich weiß auch noch nicht worum’s sich hier handelt. Vielleicht ein wenig um’s Denken, eventuell etwas Weltenwandel©°, eventuell auch Wissenschaft, Gesellschaft, Lernen, Leben, vielleicht sogar Wahrheit™. Und um’s nicht zu vergessen: sarkastisches Rumgespinne. Alles in allem gibt’s etwas zu tun, zu lesen, zu denken und vielleicht liest, denkt oder tut ja sogar jemand mit. Mal sehen was entsteht…